Arnsberger ist der dritte Athlet aus der Stadt, der 2027 bei der inoffiziellen Triathlon-Weltmeisterschaft starten wird – starke Leistung beim Ironman Maryland
Arnsberg. Claus Unkel (SV Neptun Neheim-Hüsten 1960 e.V. / Tritus) hat es geschafft: Der Arnsberger hat sich für den legendären Ironman auf Hawaii 2027 qualifiziert. Damit ist er der erst dritte Athlet aus Arnsberg, der sich einen Startplatz für das prestigeträchtige Rennen auf der Pazifikinsel sichern konnte. Seine Vereinskollegen Heinz-Holger Haupt 1992 und 2000 und Mark Gockel 2007. Der Weg dorthin führte über den Ironman Maryland in den USA – einen Wettkampf, der Unkel nicht nur sportlich forderte, sondern ihm auch persönlich in Erinnerung bleiben wird.
Nach den emotionalen und sportlichen Höhepunkten der vergangenen Jahre noch einmal die Motivation für ein großes Rennen aufzubringen, war für Unkel keine Selbstverständlichkeit. „Es war schon etwas crazy, sich nach den Highlights der letzten Jahre noch einmal aufzuraffen“, erzählt er. Gleichzeitig wollte er die gute Form nutzen, die er sich bei der anspruchsvollen Norseman-Challenge erarbeitet hatte. Die Idee, diese Form in einen weiteren Langdistanz-Triathlon mitzunehmen, sollte sich auszahlen.
Maryland: sportliche Herausforderung und persönliche Eindrücke
Der Ironman Maryland war für Unkel auch eine Gelegenheit, nach längerer Zeit wieder in die USA zu reisen. Die Eindrücke abseits der Wettkampfstrecke fielen dabei ausgesprochen positiv aus. „Maryland war eine tolle Erfahrung, und ich habe es genossen, mal wieder in den USA zu sein“, berichtet er. Besonders beeindruckt habe ihn die Begegnung mit den Menschen vor Ort.
Sportlich lief der Wettkampf allerdings nicht in allen Disziplinen nach Plan. Vor allem das Schwimmen bereitete Schwierigkeiten. Ohne Neoprenanzug, bei kabbeligem Wasser, schlechter Sicht und spürbarer Strömung verlor Unkel wertvolle Zeit. Mit 1:35 Stunden lag er rund 15 Minuten hinter seiner persönlichen Erwartung.
Auf dem Rad lief es anschließend umso besser. Ursprünglich absolvierte Unkel die Radstrecke über rund 180 Kilometer in starken 4:51 Stunden. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,1 Kilometern pro Stunde. Nach einem Unfall wurde die Radstrecke allerdings nachträglich für alle Teilnehmer um rund 30 Kilometer verkürzt. Die zunächst erzielte Zeit und die tatsächliche Wertung mussten deshalb entsprechend eingeordnet werden.
Auch der abschließende Marathon verlangte ihm einiges ab. Bei warmen und schwülen Bedingungen benötigte Unkel für die Laufstrecke 3:57 Stunden. Insgesamt war es für ihn ein Wettkampf mit Höhen und Tiefen – und dennoch mit dem entscheidenden Erfolg.
Vom zwischenzeitlichen Spitzenplatz zum Hawaii-Ticket
Besonders turbulent verlief die Auswertung des Rennens. Zwischenzeitlich befand sich Unkel nach eigener Einschätzung sogar auf Platz eins. Nach dem Zieleinlauf wurde er zunächst auf Rang zwei geführt. Erst am nächsten Morgen stand nach der Korrektur der Ergebnisse der dritte Platz fest.
Entscheidend war jedoch nicht allein die Platzierung im Rennen. In der Rangliste des sogenannten Performance-Pools wurde Unkel insgesamt auf Platz 24 unter rund 1000 Männern geführt. Über dieses Wertungssystem wurden 33 Startplätze vergeben. Mit seiner starken Gesamtleistung sicherte sich der Arnsberger damit eines der begehrten Tickets für Hawaii.
Dort wartet 2027 die wohl bekannteste Bühne des Langdistanz-Triathlons auf ihn. Hawaii gilt als Ursprungsort des Ironman-Triathlons und ist seit Jahrzehnten Schauplatz der Weltmeisterschaft, bei der sich die internationale Triathlon-Elite misst. Wir haben gerade erst die dramatischen Bilder des Rennens in diesem Jahr am Bildschirm mitverfolgen können.
Für Claus Unkel beginnt damit die Vorfreude auf ein außergewöhnliches sportliches Erlebnis. Der Weg nach Hawaii ist geschafft – und die Entscheidung, nach den vergangenen großen Herausforderungen noch einmal anzugreifen, hat sich ausgezahlt.

